The Model is the Message

THKI Chat bietet Ihnen nicht ein Modell, sondern eine ganze Auswahl. Das ist kein Zufall, sondern eine Funktion. Wir zeigen Ihnen, warum sich der Blick über das voreingestellte Modell hinaus lohnt – und wie Sie damit zu besseren Ergebnissen kommen.

Warum mehrere Modelle?

Marshall McLuhan prägte 1964 den Satz „The medium is the message“: Nicht nur der Inhalt zählt, sondern das Medium, das ihn transportiert. Benjamin Bratton und Blaise Agüera y Arcas haben den Gedanken auf KI übertragen – „The Model is the Message“ (Noema, 2022). Pragmatisch übersetzt: Ein Sprachmodell ist kein neutraler Kanal. Trainingsdaten, Architektur und Optimierung fallen je Modell anders aus – und damit auch die Ergebnisse. Dieselbe Frage an zwei Modelle führt zu zwei unterschiedlichen Antworten. Das gewählte Modell ist dabei immer Teil der Botschaft. 

Welches Modell nützlich ist, hängt von den Aufgaben ab. Modelle unterscheiden sich unter anderem in: 

  • Tempo und Tiefe – manche Modelle antworten sofort, andere erzeugen vor der Antwort zusätzliche interne Zwischenschritte (Reasoning) und liefern dafür belastbarere Ergebnisse bei komplexen Aufgaben. Der Umfang dieser Verarbeitung unterscheidet sich je nach Modell.
  • Fähigkeiten – etwa Programmieren, das Verarbeiten von Bildern und Dokumenten oder mehrsprachiges Schreiben. 
  • Herkunft und Souveränität – kommerziell und extern gehostet oder offen auf deutscher bzw. NRW-Infrastruktur. 
  • Kosten – kommerzielle Modelle kosten pro Anfrage, offene Modelle laufen unbegrenzt. 

Was Sie davon haben

Das passende Werkzeug je Aufgabe wählen, statt alles durch dasselbe Modell zu schicken. 

  • Gegenproben machen: Stellen Sie dieselbe Frage an mehrere Modelle. Wo die Antworten auseinanderlaufen, lohnt sich ein zweiter Blick – so erkennen Sie besser die Grenzen der jeweiligen Modelle.
  • Bewusst wählen: Braucht die Aufgabe wirklich ein kommerzielles Modell – oder ist die Aufgabe bei einem souverän gehosteten Modell besser aufgehoben?
  • Das Antwortverhalten kennenlernen: Mit etwas Übung erkennen Sie, wie ein Modell auf bestimmte Prompts reagiert, und formulieren gezielter. 

Schnelleinstieg

Welches Modell eignet sich wofür?

  • Für den Alltag: Mistral Small 4 – das voreingestellte Modell. Ein europäischer Allrounder mit Reasoning, Bildverständnis und großem Kontextfenster, unbegrenzt nutzbar und souverän in Köln an der Universität zu Köln gehostet. Für die meisten Aufgaben müssen Sie gar nicht wechseln.
  • Für Code: GLM-4.7 – auf Programmieren, Terminal-Aufgaben und Tool-Nutzung spezialisiert.
  • Für die anspruchsvollsten Aufgaben: ChatGPT 5.5 – das leistungsstärkste Modell im Katalog. Als kommerzielles Modell kostet es pro Anfrage und unterliegt daher Nutzungs-Limits.

Der vollständige Katalog folgt unten – sortiert nach Quellen, denn die bestimmen, wo Ihre Daten verarbeitet werden.

Wo Ihre Daten verarbeitet werden – die Icons im Modellmenü 

Jedes Modell im Auswahlmenü trägt ein Symbol, das zeigt, wo Ihre Anfragen verarbeitet werden: 

  • Deutschland-Flagge – die offenen Modelle. Sie werden auf Servern in Deutschland betrieben: bei der GWDG in Göttingen oder über OSKI.nrw auf NRW-Infrastruktur in Köln. Ihre Daten verlassen Deutschland nicht. 
  • EU-Symbol – ChatGPT 5.5. Die Verarbeitung erfolgt über die GWDG-Azure-Anbindung auf europäischen Servern. 
  • Globus-Symbol – ChatGPT 5.4-mini. Die Verarbeitung erfolgt über die GWDG-Azure-Anbindung auf globalen Servern. 

Unabhängig vom Modell gilt: Personenbezogene oder sensible Daten dürfen nicht eingegeben werden. Alle Anfragen laufen gebündelt über die zentrale Schnittstelle von KI:connect und werden der TH Köln zugeschrieben, nicht einzelnen Personen.

Der Modellkatalog im THKI Chat – nach Quellen

Im THKI Chat bündeln wir Modelle aus drei Infrastrukturen. Die Quelle ist nicht nur ein technisches Detail: Sie bestimmt, wohin Ihre Daten fließen, wie souverän das Modell betrieben wird und ob Kosten entstehen. 

OSKI.nrw (über Inferenz NRW) 
Die landeseigene, souveräne Inferenz von OSKI.nrw (Open Source-KI.nrw), betrieben auf NRW-Infrastruktur in Köln (Hochleistungsrechner RAMSES, Universität zu Köln). Unbegrenzt nutzbar, die Daten bleiben in NRW.

  • Mistral Small 4 119B (Mistral AI) – das voreingestellte Modell im THKI Chat. Leistungsfähiges europäisches Modell mit großem Kontextfenster (rund 262k) und starker mehrsprachiger Allround-Leistung, inklusive Bilderkennung, Tool-Nutzung und Reasoning.
  • GPT OSS 120B (OpenAI, offen) – OpenAIs offenes Modell, auf schnelle Inferenz optimiert: starke Allround- und Reasoning-Leistung und gut bei Tool-Nutzung; rund 131k Kontext. Eine schnelle, unbegrenzte Alternative zum voreingestellten Mistral Small 4.

GWDG – proprietär (OpenAI über Azure) 
Die kommerziellen OpenAI-Modelle, von der GWDG über Microsoft Azure vermittelt. Sie gehören zu den leistungsfähigsten überhaupt, werden aber extern betrieben und kosten pro Anfrage – daher gelten Nutzungs-Limits. Das aktuelle Limit wird Ihnen direkt im Modellmenü angezeigt. Ist es erreicht, wechseln Sie einfach auf ein offenes Modell – die laufen unbegrenzt.

  • ChatGPT 5.5 – OpenAIs High-End-Modell für die anspruchsvollsten Aufgaben: komplexe Facharbeit, Coding, werkzeugintensive Agenten und Workflows, bei denen Ausführungsqualität zählt. Kontextfenster rund 256k Token. Verarbeitung auf EU-Servern. 
  • ChatGPT 5.4-mini – die schnelle, kostengünstige Variante für Routine-Anfragen; rund 400k Kontext. Verarbeitung auf globalen Servern. 

GWDG – Open Source (über KISSKI) 
Offene Modelle, von der GWDG über ihr KI-Servicezentrum KISSKI in Deutschland betrieben. Offene Gewichte, unbegrenzte Nutzung, keine Kosten pro Anfrage. 

  • GLM-4.7 (Z.ai) – coding-fokussiert: stark bei mehrsprachigem, agentischem Programmieren, Terminal-Aufgaben, Tool-Nutzung und Reasoning (rund 200k Kontext). 
  • Apertus 70B (Swiss AI) – vollständig offenes Modell aus der Schweiz, das über 1.800 Sprachen abdeckt und ausschließlich auf rechtlich sauberen, offenen Trainingsdaten beruht – maximale Transparenz und Souveränität (rund 65k Kontext). 
  • Qwen 3.5 397B (Alibaba Cloud) – ein MoE-Modell (397 Mrd. Parameter, davon 17 Mrd. aktiv) und eines der leistungsstärksten offenen Modelle überhaupt: herausragend bei Reasoning, Code und Mathematik, mit Bildverständnis und rund 262k Kontext. 
  • Qwen 3 Omni 30B (Alibaba Cloud) – omni-modal: verarbeitet Text, Bild, Audio und Video, inklusive Spracherkennung und Sprachdialog in vielen Sprachen. Für multimodale und sprachbasierte Szenarien (rund 65k Kontext). 

Modelle zum Einbetten (Embeddings)

Nicht jedes Modell ist für den Chat gemacht. Embedding-Modelle führen keinen Dialog – sie wandeln Text in Zahlenvektoren um, die Bedeutung maschinell vergleichbar machen. Damit lassen sich semantische Suche, Klassifikation oder eine eigene Wissensdatenbank (RAG) aufbauen. Nutzbar sind sie ausschließlich über die THKI API, die Beschäftigten und Lehrenden zur Verfügung steht – nicht im Chatfenster.

Bereit stehen Qwen3 Embedding 8B und E5 Mistral 7B Instruct, beide über OSKI.nrw auf NRW-Infrastruktur in Köln. Der Vorteil: Sie können eigene Such- und RAG-Anwendungen auf Ihren eigenen Daten aufbauen – ohne dass ein zentrales RAG betrieben werden muss und ohne dass Ihre Dokumente das souveräne Umfeld verlassen. 

Reasoning im Vergleich – einfach ausprobiert

Am schnellsten erschließt sich der Unterschied zwischen direkter Antwort und internen Zwischenschritten im Vergleich: Stellen Sie eine anspruchsvolle Frage aus Ihrem Fachgebiet an zwei offene Modelle – GPT OSS 120B (mit Reasoning) und Apertus 70B (antwortet direkt). Achten Sie auf drei Dinge: Wie lange braucht das Modell? Wie nachvollziehbar ist der Lösungsweg? Und stimmt das Ergebnis?

  • Julius Förster ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrum für Lehrentwicklung und der Akadamie für Wissenschaftliche Weiterbildung der TH Köln und beschäftigt sich dort der Einbindung von KI in Lehrveranstaltung, der Vermittlung von KI-Kompetenzen und dem Themenkomplex Future Skills.

  • Dirk Heuvemann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der digitalen Lehre mit den Schwerpunkten Künstliche Intelligenz und E-Assessment am Zentrum für Lehrentwicklung (ZLE) der TH Köln. Seit 2019 beschäftigt er sich mit KI-Themen aus medientheoretischer und -didaktischer Perspektive und fragt nach den Auswirkungen neuer Technologien im digitalen Bildungsökosystem

  • Das ZLE ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung. Es bietet allen Hochschulangehörigen eine Plattform für den kollegialen Erfahrungsaustausch sowie Zugang zu aktueller Lehr- und Lernforschung und wissenschaftlicher Begleitung. Lehrende können mit hochschul- und mediendidaktischer Unterstützung Lehrkonzepte entwickeln, erproben, systematisch reflektieren und publizieren.

Wir freuen uns über Ihr Feedback!

Wir haben uns bei der Entwicklung dieses Angebots bemüht, Sie als Lehrende schon im Vorfeld einzubeziehen. Deshalb freuen wir uns, wenn Sie uns helfen, das Angebot weiter zu verbessern. Teilen Sie uns gerne mit, was Sie sich wünschen, was Sie stört oder was Ihnen besonders gut gefällt.

Sie möchten uns direkt kontaktieren? Dann schreiben Sie uns unter lehrpfade@th-koeln.de!