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Warum Lehre evaluieren – und wie geht das mit TAP?

Schmuckbild ein Holzturm aus Klötzen jeweils mit lachendem, neutralen und traurigem Gesicht

Damit Studierende erfolgreich lernen können, muss Lehre angemessen gestaltet sein. Gleichermaßen sollen Studierende Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess übernehmen. Damit ist klar: Studierende können selbst sehr gut einschätzen, wie Lehre für sie konzipiert sein muss. Aus diesem Grund gibt es an der TH Köln regelmäßige Evaluationen, die die Qualität der Lehre unterstützen und sichtbar machen. Die Teaching Analysis Poll (kurz: TAP) ist ein mögliches Instrument für eine Lehrveranstaltungsbewertung. Mit einer TAP wird den Studierenden signalisiert: Wir legen Wert auf euer Feedback und lernen aus euren Erfahrungen.

Kurz erklärt: Wie unterstützt TAP Ihre Lehre?

Eine TAP ermöglicht den Austausch zu den aktuellen Lernbedingungen in einer Lehrveranstaltung. Die Studierenden reflektieren ihr Lernen und geben Feedback. Mit dem durch die Evaluator*innen gebündelten Feedback können Sie Probleme erkennen und Ihre Lehre verbessern.

Hintergrund: Woher kommt die Teaching Analysis Poll?

Die Teaching Analysis Poll wurde um das Jahr 2000 an US-amerikanischen Hochschulen entwickelt und verbreitet sich seitdem zunehmend an europäischen Hochschulen. Sie ist als Evaluationsinstrument an der TH Köln anerkannt. Die Lehrstrategie und die Evaluationsordnung formulieren den Anspruch, die Qualität der Lehre an der TH stetig zu verbessern. Studierende sollen mit dem „Shift from Teaching to Learning“ verstärkt die Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess sowie für den ihrer Kommiliton*innen übernehmen. Sie als Lehrende*r übernehmen entsprechend eine begleitende Rolle. Dieser Perspektivwechsel bedeutet einen Wandel der Lehrveranstaltungsbewertung. Der Lernerfolg der Studierenden steht nun im Mittelpunkt.

In den Evaluationen, die sich auf einen Fragebogen stützen, reflektieren Studierende ihren Lernprozess über eine abgestufte Beschreibung der Lernziele. Diese reicht von der Aneignung von Fachwissen bis hin zur komplexen Analyse und Bewertung wissenschaftlicher Sachverhalte. Die TAP hingegen setzt auf einen umfänglichen Dialog. Die Studierenden reflektieren dabei in Kleingruppen, bewerten die genannten Aspekte im Plenum und geben ihre Ergebnisse an die Evaluator*innen. Diese wiederrum spiegeln die Ergebnisse an die Lehrenden. Zu guter Letzt diskutieren Sie als Lehrende*r die Ergebnisse mit den Studierenden und der Kreis schließt sich.

Video: Teaching Analysis Poll von Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsdidaktik an der Universität Regensburg (ZHW), YouTube

Schritt für Schritt zur TAP

  • Für die Planung der TAPs wir den Dekanaten der TAP-Zeitraum des jeweiligen Semesters genannt und der verbindliche Anmeldungstermin mitgeteilt.
  • Die Dekanate reichen diese Informationen an die Lehrenden weiter und setzen bei Bedarf fakultätsrelevante Schwerpunkte. So werden TAPs inbesondere für neuberufene Profesor*innen empfohlen.
  • Interessierte Lehrende fragen eine TAP im Anmeldezeitraum über dieses Formular an und nennen folgende Informationen:
    • Name Lehrende*r
    • Fakultät
    • Name der Veranstaltung, des Moduls und das Fachsemester der Studierenden
    • Format der Veranstaltung: Präsenz, Hybrid, Digital
    • Voraussichtliche Zahl der Teilnehmer*innen
    • Termin & Uhrzeit der Lehrveranstaltung
    • Standort & Raumnummer
    • Terminvorschläge für Nachbesprechung (möglichst am selben Tag)
    • ggfs. spezielle Anliegen für die TAP
    • Hinweise auf Besonderheiten der Veranstaltungen, die für die TAP-Durchführung nützlich sein könnten (z.B. spezielles Konzept/Format, besonders wichtige Elemente etc.)
    • E-Mail-Adresse
  • Zum vereinbarten Lehrveranstaltungstermin erscheinen zwei Evaluator*innen, ein Mitglied des Zentrums für Lehrentwicklung und ein*e Mitarbeiter*in des Referats für Qualitätsmanagement. Sie gestalten die letzte halbe Stunde der Lehrveranstaltung.
  • Die Evaluator*innen erklären den Studierenden den Ablauf der TAP und lassen sie die drei festgelegten Fragen in Kleingruppen diskutieren:
    • Wodurch lernen Sie in dieser Veranstaltung am meisten?
    • Was erschwert Ihr Lernen?
    • Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie für die hinderlichen Punkte?
  • Die Ergebnisse werden eingesammelt, im Plenum konkretisiert, zusammengefasst und nach Stimmenanteil gewichtet.
  • Die Ergebnisse der TAP werden von den Evaluator*innen anonymisiert auf einem TAP-Bogen zusammengefasst und möglichst noch am selben Tag zwischen den Evaluator*innen und der Lehrperson diskutiert.
  • Hierbei werden auch mögliche Fragen und Vorgehensweisen dokumentiert, die im Nachgang mit den Studierenden besprochen werden sollen.
  • In der darauffolgenden Lehrveranstaltung diskutieren die Lehrenden die Ergebnisse, Interpretationen und Handlungsmöglichkeiten mit den Studierenden.
  • Außerdem wird von den Studierenden eine Einschätzung erbeten, inwiefern sie die TAP als nützlich empfunden haben.

Grundlagen

Alternierend zu den standardisierten fragebogengestützten Lehrveranstaltungsbewertungen kann eine „Teaching Analysis Poll“ (TAP) als eine offene Form der Lehrveranstaltungsbewertung durchgeführt werden. Hierbei befragen ein Mitglied des Teams Hochschuldidaktik und ein Mitglied des Hochschulreferats 4 Qualitätsmanagement unter Abwesenheit des Lehrenden bzw. der Lehrenden die Studierenden zu ihrem Lernerfolg.

Evaluationsordnung der TH Köln vom 16.05.2018, §9, Satz 4

Header-Bild: © Celt Studio/stock.adobe.com

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