Skip to content Skip to footer

Lehrimpuls #3: Arbeitsweisen kritisch reflektieren mit THKI Chat 

Dieses Dokument ist eine detaillierte Anleitung zur Durchführung eines 60-minütigen Lehrimpulses zur effektiven, reflektierten und praxisnahen Nutzung von KI im Studium. Die Studierenden lernen, wie sie KI-Tools wie THKI Chat gezielt und effektiv einsetzen, um das eigene Bearbeiten von Aufgaben, sowie das Anwenden von Methodiken und Herangehensweisen im wissenschaftlichen Arbeiten im Dialog mit dem hochschulweiten KI-Interface THKI Chat kritisch zu reflektieren, zu strukturieren und anzupassen.

Learning Outcome

WAS: Die Studierenden analysieren, bewerten und überarbeiten persönliche Arbeitsprozesse unter Einbezug von KI-gestützten Feedback,

WOMIT

  • indem sie durch gezieltes Prompting eines KI-Tools wie THKI Chat Feedback generieren,
  • indem sie Stärken, Schwächen und Verbesserungspotenzialen der eigenen Arbeitsabläufe im Dialog mit dem KI-Tool identifizieren,
  • indem sie konkrete Verbesserungsansätze mit dem KI-Tool diskutieren,

WOZU: um eine kritische und methodisch reflektierte Arbeitsweise in Studium und späterem Beruf zu fördern und eine eigenständige Qualitätssicherung von Arbeitsprozessen und Projekten zu ermöglichen.

Taxonomiestufe nach Bloom

Stufe 5 – Bewerten

Vermittelte KI-Kompetenzen

  • Praktische generative KI-Kompetenzen
    • Prompting
    • Content-Erstellung

Ablauf des Lehrimpulses (60min)

1. Erprobung (10 min)

Lassen Sie die Studierenden zunächst eigene Erfahrungen sammeln und einen Arbeitsprozess reflektieren, der  mit einem zuvor behandelten Thema oder einer Aufgabe in Zusammenhang steht.

Die Studierenden sollen dabei im Dialog mit THKI Chat:

  • ihre eigene Arbeitsweise beschreiben und
  • konkrete Verbesserungsvorschläge generieren lassen.

2. Ergebnisdiskussion (10 min)

Diskutieren Sie mit den Studierenden die Ergebnisse und Eindrücke der Erprobung anhand folgender Fragen:

  • Wie hilfreich ist THKI Chat beim Reflektieren und Verbessern der eigenen Arbeitsweise?
  • Wie konkret sind die erhaltenen Verbesserungsvorschläge?
  • Wie gut lassen sich die Verbesserungsvorschläge in das eigene Arbeiten integrieren?

3. Demonstration (10 min)

Zeigen Sie den Studierenden nun das gezielte Reflektieren eigener Arbeitsprozesse mithilfe von THKI Chat. Demonstrieren Sie dabei, wie KI zur Erweiterung und Unterstützung der persönlichen Reflexion eingesetzt werden kann, nicht zu deren Ersetzung:

  1. Starten eines neuen Chats in THKI Chat.
  2. Einfügen des Ausgangsprompts (s. u.), Ausfüllen der Lücke und Absenden des Prompts.
  3. Beantworten der Fragen, die THKI Chat stellt.
  4. Kommentieren und kritisches Einordnen der Antwort des KI-Systems, d .h. der Stärken und Schwächen und Verbesserungspotentiale.
  5. Einfügen des Folgeprompts, Ergänzen der Lücke durch ein Verbesserungspotential.
  6. Erneutes Kommentieren und kritisches Einordnen des Outputs von THKI Chat, z. B. hinsichtlich Nutzens, Effizienz, Praktikabilität der vorgeschlagenen Möglichkeiten.
  7. Gegebenenfalls iterative Anpassung, bis ein akzeptables Ergebnis vorliegt und abschließende Einordnung des KI-Outputs.

4. Entwicklung (15 min)

Lassen Sie die Studierenden mithilfe der Promptvorlagen und der vorangegangenen Demonstration nun erneut eine eigene Arbeitsweise im Dialog mit THKI Chat reflektieren und anpassen.

5. Reflexion (15 min)

Reflektieren Sie mit den Studierenden folgende Fragen:

  • Welchen Mehrwert bietet es mir, meine Forschungsfrage mit KI zu entwickeln?
    • Zeitersparnis
    • Inspiration und niedrigschwelliger Einstieg in eine Arbeitsweise, -methode oder -technik
    • zusätzliche Reflektion des eigenen Ansatzes im Dialog mit der KI-Anwendung
    • Steigerung der Effizienz und Optimierung der persönlichen Arbeitsweise
    • Entwicklung transferierbarer KI-Kompetenzen
  • Welche Risiken bestehen beim Einsatz von KI zur Entwicklung einer Forschungsfrage?
    • Fehlinformationen oder nicht geeignete Vorschläge der KI-Anwendung
    • „Halluzinationen“: KI-Anwendung erfindet angeblich erprobte Arbeitstechniken oder Methoden, für die sich jedoch keine Belege finden lassen.
    • Mangelnde Eigenleistung: Abläufe oder Verknüpfungen einzelner Arbeitsschritte oder -techniken werden nicht eigenständig durchdacht, sondern unreflektiert aus dem KI-Output übernommen.
  • Wann und wozu eignet sich der Einsatz von KI zur Entwicklung einer Forschungsfrage?
    • Am Anfang eines Arbeitsprozesses: zur Inspiration, zur Strukturierung, als Orientierungshilfe
    • Im späteren Stadium eines Arbeitsprozesses: zur Reflexion und methodischen Schärfung einzelner Arbeitsschritte
    • Nach Beendigung eines Arbeitsprozesses: zur Reflexion der eigenen Arbeitsweise und zur Optimierung wiederkehrender Arbeitsprozesse

Reflektieren Sie persönlich vorab, wann und zu welchem Zweck Sie diesen Lehrimpuls in ihre Lehrveranstaltung einbinden wollen: Wollen Sie eine spezifische Arbeitstechnik für eine bestimmte Aufgabe vermitteln (z. B. Strukturiertes Verfassen einer Hausarbeit) oder den Studierenden generell die Möglichkeit geben, ihre Arbeitstechniken im Zusammenhang mit der Lehrveranstaltung zu reflektieren?

Promptvorlagen

Du hilfst mir meine Arbeitsweise beim [eigene Aufgabe einfügen, z.B. Schreiben einer Hausarbeit] zu reflektieren. Zunächst möchte ich meine bisherige Arbeitsweise strukturiert dokumentieren und auswerten.

Ablauf:

  1. Stelle mir zunächst 5 Fragen zu meiner Arbeitsweise, die zu einer guten Reflexion und einer möglichen Verbesserung beitragen.
  2. Warte meine Antworten ab.
  3. Strukturiere meine Antworten übersichtlich nach folgenden Aspekten in einer Tabelle:
    • Kategorie des Arbeitsprozesses
    • Beschreibung des Prozesses oder Schrittes
    • Verknüpfung zu anderen Prozessen und Schritten
  4. Liste zusammenfassend und mit Begründung auf:
    • Stärken und Schwächen meiner Arbeitsweise
    • Potential für Verbesserung

Diskutiere mit mir detailliert folgendes Verbesserungspotential: [Verbesserungspotential einfügen].

Ablauf:

  1. Nenne mir Kriterien, nach denen sich unterschiedliche Ansätze zum Erreichen des Potentials unterscheiden lassen.
  2. Frage mich nach den Kriterien, die mir am wichtigsten sind. Warte meine Antwort ab.
  3. Liste mir konkrete Möglichkeiten auf, um das Verbesserungspotential in meiner persönlichen Arbeitsweise zu entfalten. Begründe, warum diese Möglichkeiten meine Arbeitsweise verbessern.
  4. Frage mich welche dieser Möglichkeiten ich umsetzen möchte, die du anschließend in die Tabelle integrierst.

Variationen

Sie können diesen Lehrimpuls etwa folgendermaßen anpassen:

  • Die Studierenden lassen THKI den „idealen“ Ablauf eines bestimmten Arbeitsprozesses generieren. Daraufhin beschreiben sie ihren eigenen Ablauf und lassen sich von der KI Möglichkeiten aufzeigen, um bestimmte Methoden und Arbeitsschritteaus dem „idealen“ Ablauf in ihren eigenen Arbeitsprozess zu integrieren. Lassen Sie Studierende ihre Ergebnisse und Eindrücke im Plenum vorstellen und diskutieren Sie Vorteile, Nachteile, Praktikabilität und Nutzen der generierten Vorschläge.
  • Teilen Sie die Studierenden in Gruppen ein, die jeweils unterschiedliche Arbeitstechniken mit dem KI-System diskutieren und hinsichtlich vorab festgelegter Kriterien analysieren sollen. Lassen Sie die Ergebnisse im Plenum diskutieren.
  • Bereiten Sie Beschreibungen fachspezifischer Arbeitstechniken als PDF- oder Word-Dateien vor. Lassen Sie die Studierenden diese Dateien jeweils in THKI Chat hochladen, um die Arbeitstechniken anschließend mit dem KI-System zu diskutieren, analysieren und in die persönliche Arbeitsweise zu integrieren.

Diese und andere mögliche Variationen dieses Lehrimpulses sollen trotzdem einen Reflexionsteil enthalten, in denen Sie mit den Studierenden Mehrwerte, Chancen und Risiken der KI-Nutzung diskutieren.

Erweiterung

Dieser Lehrimpuls lässt sich beispielsweise mit folgenden didaktischen Methoden erweitern:

  • Flipped Classroom: Die Studierende erarbeiten vorab im Selbststudium erste Themen bzw. Forschungsfragen. Diese werden dann in Präsenz im Rahmen des Lehrimpulses kritisch reflektiert und inhaltlich erweitert und geschärft.
  • Projektbasiertes Lernen: Der Lehrimpuls eignet sich zum Auftakt eines Projektes, in dem die Studierenden mithilfe von KI eigene Problemstellungen für ihre Projekte entwickeln.
  • Feedback: Dieser Lehrimpuls kann als Teil eines Feedbackprozesses verwendet werden, in dem das KI-generierte Feedback auf eine bereits entwickelte Forschungsfrage bzw. Projektidee als Grundlage ausführlicheren und detaillierteren Feedbacks dient.

Mögliche Verknüpfung mit weiteren Lehrimpulsen

Links & Literatur

Header-Bild: Generiert mit Hilfe von Adobe Firefly

  • Julius Förster ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrum für Lehrentwicklung und der Akadamie für Wissenschaftliche Weiterbildung der TH Köln und beschäftigt sich dort der Einbindung von KI in Lehrveranstaltung, der Vermittlung von KI-Kompetenzen und dem Themenkomplex Future Skills.

  • Das ZLE ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung. Es bietet allen Hochschulangehörigen eine Plattform für den kollegialen Erfahrungsaustausch sowie Zugang zu aktueller Lehr- und Lernforschung und wissenschaftlicher Begleitung. Lehrende können mit hochschul- und mediendidaktischer Unterstützung Lehrkonzepte entwickeln, erproben, systematisch reflektieren und publizieren.

Wir freuen uns über Ihr Feedback!

Wir haben uns bei der Entwicklung dieses Angebots bemüht, Sie als Lehrende schon im Vorfeld einzubeziehen. Deshalb freuen wir uns, wenn Sie uns helfen, das Angebot weiter zu verbessern. Teilen Sie uns gerne mit, was Sie sich wünschen, was Sie stört oder was Ihnen besonders gut gefällt.

Sie möchten uns direkt kontaktieren? Dann schreiben Sie uns unter lehrpfade@th-koeln.de!